Die wichtigsten Fragen zum Thema E-Commerce Fulfillment

Du liebst dein Produkt und bist 100% von dessen Qualität und Nützlichkeit überzeugt. Das Marketing trifft den Zahn der Zeit und das siehst nicht nur Du so, sondern auch Deine Kunden. Dann sollte dein Business auf keinen Fall an schlechtem Fulfillment scheitern. In den meisten Fällen beschäftigen sich Onlineshop Besitzer lieber mit der Verbesserung des Produktes oder der Website als mit dem mühsamen E-Commerce Fulfillment. Trotzdem ist dieser Bereich ein unglaublich wichtiger Bestandteil für den Erfolg eines Online Shops, denn alle erfolgreichen E-Commerce Unternehmen haben eine Gemeinsamkeit – überragendes Fulfillment.

Trotzdem wird die Wichtigkeit in diesem Bereich oft unterschätzt. Du hast also nichts davon, das beste Produkt der Welt anzubieten, wenn das E-Commerce Fulfillment nicht reibungslos funktioniert. Eine Studie von Arvato von 2018 bestätigt die übergeordnete Wichtigkeit von E-Commerce Fulfillment im Online Handel – so haben 54% der Befragten schon mal den Warenkorb aufgrund von Lieferkosten verlassen. Ein Viertel der Personen hat sogar schon eine Bestellung storniert, weil die Lieferung zu lange gedauert hat. Warum der Versand mittlerweile sogar der wichtigste Bestandteil der Customer Journey ist kannst Du hier lesen.

Jetzt stellst Du dir wahrscheinlich einige Fragen:

  • Was ist E-Commerce Fulfillment?
  • Wieviel kostet Fulfillment?
  • Was ist 3PL?
  • Wann sollte ich mein Fulfillment auszulagern?

Auf diese werden wir im folgenden Artikel eingehen, um bei diesem komplexen Thema etwas Klarheit zu verschaffen.

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Was ist E-Commerce Fulfillment?

Der Begriff E-Commerce Fulfillment beschreibt die komplette physische Abwicklung eines Kundenauftrages, unabhängig vom Verkauf selbst. Es umfasst alle dazugehörigen Prozesse – von der Lagerung bis zum Versand. Dazu gehören:

  • Annahme von Bestellungen 
  • Lagerhaltung
  • Kommisionierung
  • Artikelpflege
  • Artikelstammdatenpflege
  • Verpackung von Waren und Produkten
  • Frankierung der Sendungen
  • Versand an den Endkunden
  • Retourenmanagement
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Fulfillment Kosten für Online Händler

Wie beinahe alles im Leben, ist leider auch Fulfillment mit Kosten verbunden. Woraus setzen sich diese Kosten in der Logistik für E-Commerce Unternehmen zusammen?

Das hängt natürlich stark davon ab, ob Online Shop Besitzer selbst das Fulfillment übernehmen oder dieses outsourcen. Hier bekommst Du einen Überblick, woraus sich jeweils die Kosten zusammensetzen.

Kosten für E-Commerce Fulfillment ohne Dienstleister

Anfangs beginnen die meisten E-Commerce Unternehmer die Ware selbst zu verschicken.Bei geringen Mengen sind die Kosten für Einlagerung und die absoluten Kosten für Versand in Deutschland, Österreich und darüber hinaus noch überschaubar. Sobald aber die Stückzahlen steigen, muss man um Kosten für Logistik, sowie Kosten für Fulfillment möglichst gering zu halten, eine wichtige Entscheidung treffen:
In-house-Abwicklung oder doch Outsourcing des Fulfillments?

Solltest Du den Schritt wagen und dich dafür entscheiden selbst Hand anzulegen, solltest DU Dich bereits jetzt auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten. Damit Du nicht von unerwarteten Kosten überrascht wirst, sind nachfolgend die Kosten, die bei der eigenständigen Methode anfallen, aufgelistet:

  • Lager
  • Hard- & Software
  • Versicherung
  • Versanddienstleister
  • Verpackungsmaterial
  • Mitarbeiter


Kosten für die Einlagerung

Die augenscheinlichsten Kosten sind hier die Mietkosten des Lagers. Hier gilt es, ein möglichst preiswertes Lager zu finden, das aber trotzdem über einen guten Standort verfügt.  Ein guter Standort zeichnet sich auch durch die Distanz zum Endkunden aus, da diese entscheidend für Versandkosten und Lieferzeit ist. Außerdem ist die Infrastruktur ein wichtiger Faktor, der vor allem in Hinblick auf Abholungen durch Versanddienstleister nicht unterschätzt werden darf.Zusätzlich zur Miete darf man außerdem nicht auf zusätzlich anfallende Kosten wie Strom und Wasser vergessen.


Kosten für Hard- & Software

Kosten für Software müssen genauso wie die Kosten für entsprechende Hardware einkalkuliert werden. Die Ausgaben in diesem Bereich hängen im Normalfall direkt mit der Effizienz des Lager zusammen. Hier stehst Du wieder vor einer wichtigen Entscheidung: möchtest Du möglichst wenig Geld ausgeben und setzt daher etwa auf Excel Files und Vergleichbares oder bist du bereit eine größere Summe für Softwares zu investieren, die dafür für diesen Bereich maßgeschneidert und über den neuesten technischen Standard verfügen.  Dieselbe Frage stellt sich auch bei der Hardware. So vereinfacht etwa der Kauf von Tablets die tägliche Arbeit, das ist aber mit einer Investition verbunden und kostet Geld. Auch hier wird letzten Endes Dein Versandvolumen entscheidend sein, welche Möglichkeit für dich optimal ist.


Kosten für Versicherungen

Darüber hinaus sind Versicherungen abzuschließen, um bei Unfällen und weiteren Schadensfällen im Lager nicht in ernsthafte Schwierigkeiten zu geraten.


Kosten für Versanddienstleister

Weitere quasi unumgängliche Ausgaben kommen durch die Zusammenarbeit mit Versanddienstleistern zustande. Dabei musst Du Dich auch auf den zusätzlichen Arbeitsaufwand einstellen. Verträge mit den Dienstleistern müssen verhandelt und abgeschlossen werden. Bei steigendem Versandvolumen findest du großes Einsparungspotenzial vor, weil die Dienste von Versandpartnern stark von der versendeten Menge abhängig sind.


Kosten für Verpackungsmaterial

Apropos Mengenrabatte – durch einen Großeinkauf beim Verpackungsmaterial kannst Du in diesem Bereich viel Geld sparen. Aber Achtung: zu viel Verpackungsmaterial verbraucht wiederum Lagerplatz, den du für deine Waren benötigst. Wie immer ist hier also eine gute Planung angesagt.


Kosten durch Mitarbeiter 

Mindestens genauso wichtig ist ein gut durchdachtes Konzept für das Personal im Lager. Versendest Du im Sommer besonders wenige Produkte dafür zu Weihnachten umso mehr? Dann brauchst Du natürlich eine flexible Lösung, die es dir ermöglicht bei Bedarf die Anzahl der Mitarbeiter ohne hohe Zusatzkosten zu erhöhen.

Kosten für Fulfillment Dienstleister

Vereinzelt gibt es Fulfillment Unternehmen, die auf kreative Preisstrukturen zurückgreifen (Prozentsatz der Verkäufe, Pauschalgebühr ohne zusätzliche Gebühren etc.). Der absolute Großteil der Fulfillment Partner verwendet aber aktivitätsbasierte Preisstrukturen. Sie berechnen also nur Dienstleistungen, die tatsächlich ausgeführt werden. Gängige Praxis ist dabei, die Leistungen monatlich abzurechnen und in Rechnung zu stellen.

Auch hier kommt es zu Unterschieden zwischen den verschiedenen Unternehmen, die Hauptgebühren setzen sich jedoch meist gleich zusammen. Sie bestehen in Deutschland und Österreich im Normalfall aus folgenden Positionen.

  • Grundgebühr/Ersteinrichtungsgebühr
  • Warenannahme & Einlagerung
  • Lagerkosten
  • Pick and Pack
  • Verpackungskosten
  • Versandkosten
  • Retourenkosten

Wenn Du auf der Suche nach einem Fulfillment Partner bist, gilt es einige Merkmale zu beachten. Bevor Du eines der Unternehmen wählst, ist es unumgänglich die Preisstruktur des potentiellen neuen Partners lückenlos zu verstehen. Auf diese Weise kannst Du die besten Optionen für Dich und Deinen Businessplan auswählen und entsprechend budgetieren. Hier findest Du hilfreiche Tipps, mit deren Hilfe Du keine bösen Überraschungen erlebst und den bestmöglichen Deal erreichen kannst.

Informiere Dich genau um sicher zu gehen, dass es keine verwirrenden oder versteckten Kosten gibt. Vergiss nicht darauf, den Anbieter zu fragen, ob in dem gestellten Vorschlag alle Preise enthalten sind, die bei der Nutzung der Services entstehen können. Manche Logistik Dienstleister verrechnen zum Beispiel extra Gebühren für die Anbindung des Online Shops.

Besonders in diesem Bereich ist es entscheidend, den für dich passenden Fulfillment Dienstleister zu finden, denn die verschiedenen Unternehmen haben oft unterschiedliche herangehensweisen was das Pricing betrifft.

Werden die Lagerkosten nach SKUs (Stock Keeping Units) verrechnet oder sind doch die Kubikmeter der ausschlaggebende Punkt? Gehe also sicher, dass du den optimalen Deal für dein Business abschließt.

Verpackungsmaterial kann durchaus auch als Kostentreiber klassifiziert werden. Trotzdem verbirgt sich dahinter aber großes, meist nicht ausgeschöpftes Potenzial, um das Kauferlebnis und folglich die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Frage deshalb nach

Möglichkeit zur Individualisierung von Verpackungsmaterial nach. Dadurch erhöhen sich zwar die Kosten, in vielen Fällen ist das aber ein sinnvolles Investment.

Frage nach Mengenrabatten, diese werden bei hohem Versandvolumen häufig für Händler gestattet.

Informiere Dich auch im Voraus welche Versandpartner dem Fulfillment Dienstleister zur Verfügung stehen. Versandpreise variieren je nach Destinationsland bzw. Gewicht stark, daher macht es Sinn nicht nur einen Partner zu haben.

In beinahe allen Geschäftsbereichen ist es üblich, durch gesteigertes Volumen bessere Konditionen zu erhalten – die Fulfillment- und Logistikbranche ist dabei keine Ausnahme. Kläre deshalb ab, wie sich Versandkosten bei steigendem Bestellvolumen entwickeln.

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Was ist 3PL?

Third Party Logistics (3PL) Dienstleister ermöglichen Händlern Elemente seiner Distributions-, Lager- und Fulfillment Dienstleistungen auszulagern. 3PL-Anbieter verteilen Lager- und Personalkosten auf viele Kunden und verrechnen genau den Lagerplatz und die Personalzeit die benötigt werden, um Produkte zu lagern und Bestellungen abzuwickeln.

In einem 3PL-Modell behält ein Händler die Managementaufgaben, lagert aber den Transport- und Logistik Betrieb an einen Third Party Logistics Anbieter aus. Zusätzliche Dienstleistungen wie standardmäßige oder individualisierte Verpackungen können erbracht werden, um der Lieferkette einen Mehrwert zu verleihen.

Die Aufgaben eines 3PL Unternehmens umfassen:

  • Transport
  • Lagerhaltung
  • Cross-docking
  • Bestandsmanagement
  • Verpackung
  • Versendung
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Wann sollte ich mein Fulfillment auslagern?

Anfangs hast wahrscheinlich auch Du Deine Pakete in Deiner Garage oder Deinem Wohnzimmer liebevoll verpackt. Damals warst Du noch Dein eigener Fulfillment Partner. Wenn Dein Unternehmen allerdings wächst, merkt man schnell, dass die Ressourcen irgendwann nicht mehr ausreichen, um das alles selbst zu erledigen. Hier kommen die oben beschriebenen third-party logistic (3PL) Partner ins Spiel. Die Vorteile E-Commerce Fulfillment auszulagern sind:

  • Freisetzung von Zeitressourcen
  • Expertise & Erfahrung der Fulfillment Partner
  • Optimale Infrastruktur
  • Schnellstmögliche Abwicklung
  • Standortvorteile
  • Möglichkeit zu schnellem Wachstum/Flexibilität
  • Kostenersparnis


Freisetzung von Zeitressourcen

Eines der wichtigsten Argumente für eine Auslagerung des Fulfillments, ist die Zeiteinsparung. Diese kostbare Zeit kannst Du nutzen, um Dich wieder auf Deine Kernaufgaben und Kernkompetenzen zu konzentrieren. Du hast Deinen Online Shop schließlich nicht gestartet, um dich mit der Logistik dahinter zu beschäftigen (und in vielen Fällen zu ärgern). Denn Du bist Experte für Deine Produkte und es gibt ebenso Experten für das Thema Fulfillment.


Expertise & Erfahrung der Fulfillment Partner

3PL Unternehmen verfügen über meist jahrelange Erfahrung aus der Arbeit für Kunden in vielen verschiedenen Branchen.

Ein 3PL Anbieter verfügt über innovative Strategien, um Deine Lieferkette in ein kostengünstiges, reaktionsschnelles Modell zu verwandeln.


Optimale Infrastruktur

Neben der Expertise, ist auch eine optimierte Infrastruktur ein entscheidender Vorteil von Third Party Logistic Partnern. Dein Wohnzimmer wird schon bald an seine Grenzen stoßen, in modernen Lagerhallen von Fulfillment Unternehmen ist hingegen ausreichend Platz und viele Prozesse sind bereits automatisiert – Technologielösungen wie Transport- und Lagerverwaltungssysteme sind meist optimiert. Damit ist es auch möglich, mit den ständig wachsenden Ansprüchen von Kunden Schritt zu halten.


Schnellstmögliche Abwicklung

Kurze Lieferzeiten – wie z.B. auch Same-Day Delivery –  sind ein großes Thema im Online Handel. Die Tendenz zeigt, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren noch weiter verstärken wird. Große Player wie Amazon setzen hier Standards, die für kleinere Online Händler alleine kaum zu erreichen sind. Fakt ist jedoch, dass Kunden von allen Online Shops denselben Service erwarten – unabhängig von ihrer Größe.

Standortvorteile

Verschiedene Fulfillment-Center Standorten sind auch ein Vorteil, der nicht vernachlässigt werden darf. Möchte ich etwa als deutsche Unternehmerin Produkte nach Österreich oder in die Schweiz versenden, ist eine Lieferung aus einem Lager im jeweiligen Land merklich schneller zustellbar. Davon profitiert der Kunde und damit der E-Commerce Unternehmer selbst durch höhere Kundenzufriedenheit.


Möglichkeit zu schnellem Wachstum/Flexibilität

Neben der erhöhten Geschwindigkeit ist auch die Flexibilität ein entscheidender Faktor, wenn es um Lagerung und Versendung von Paketen geht. Es besteht immer die Möglichkeit eigene Lagerräumlichkeiten zu mieten. Dabei muss man aber die Verkaufsschwankungen berücksichtigen. Mithilfe eines 3PL Partners muss man sich darüber keine Sorgen mehr machen. Langfristige Beziehungen zu Spediteuren können zu besseren Preisen und Dienstleistungen in Peak-Zeiten führen. Gerade für Start-Ups oder Online Händler die in Zukunft wachsen wollen ist die Flexibilität ein wahrer Segen.


Kostenersparnis

Zu guter letzt profitiert man als Online Shop neben der gestiegenen Flexibilität auch von einer Kostenersparnis.

Ab einer Gewissen Anzahl an verkauften Produkten ist die Einstellung von zusätzlichen Mitarbeitern unumgänglich. Dazu muss man an die Instandhaltung von Lager und benutzten Geräten für das Fulfillment denken  .

Solltest Du Dich dafür entscheiden das Fulfillment auszulagern, solltest Du darauf achten, mit einem Logistikdienstleister zusammenzuarbeiten, der eine Integration mit deinem E-Commerce Absatzkanal ermöglicht. Das versetzt Dich in die Lage, Deine Bestellabwicklung vollständig zu automatisieren.. Auf keinen Fall solltest Du davor zurückscheuen eine Hintergrundüberprüfung durchzuführen, um zu verstehen, wie die gesamte Logistik durchgeführt wird.

Fazit

Spätestens jetzt weißt Du also was Fulfillment und 3PL ist und hast einen Überblick über anfallende Kosten. Wenn sich auch für dich die Frage stellt, ob das Auslagern des Fulfillments die beste Lösung ist, ziehe alle Vor- und Nachteile in Betracht und halte Ausschau nach Partnern die optimal zu deinem Online Shop passen.

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