3. Du nutzt einen Fulfillment-Dienstleister
Dein Fulfillment-Dienstleister ist in Deutschland ansässig: Das Lagern, Verpacken und Versenden Deiner Ware ist an einen Fulfillment-Dienstleister outgesourct. Damit ist der Fall hinsichtlich der Versandverpackung klar: Denn da Du sie nicht selbst befüllst, bist Du auch nicht für ihre Entpflichtung verantwortlich, sondern der Logistikdienstleister, der die Ware aus dem Lager versendet. Befüllst Du allerdings die Produktverpackung, stehst Du für diese auch in der Pflicht.
Dein Fulfillment-Dienstleister ist außerhalb Deutschlands ansässig: Analog zum Dropshipping existiert hierzu aktuell noch keine offizielle Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister. Daher gilt auch hier: Stimme Dich eng mit Deinem Dienstleister ab und übernimm die Pflichten im Zweifel selbst, wenn Du ansonsten nicht belegen kannst, dass Du nicht zuständig bist.
4. Du importierst oder exportierst Ware nach Deutschland
Disclaimer: Da der Geltungsbereich des VerpackG ausschließlich Deutschland ist, geht es im Folgenden stets um die Konstellation: Ware plus Verpackung gelangt durch Im- bzw. Export nach Deutschland. Exportierst Du aus Deutschland in andere Länder, hat das deutsche VerpackG dafür keine Gültigkeit. Hinweis: In zahlreichen Zielländern gelten ebenfalls Verpackungsrichtlinien, über die Du Dich informieren solltest.
Für die Zuständigkeitsbestimmung bei der Einfuhr ausländischer Ware nach Deutschland ist entscheidend, wer zum Zeitpunkt des Grenzübertritts der Ware die Verantwortung für diese trägt. Im Normalfall ist das der Importeur, der die Ware aktiv nach Deutschland holt. Wir empfehlen, die Zuständigkeiten zwischen den Handelspartnern vertraglich festzuhalten.
Wichtig: Die Entpflichtungsverantwortung bezieht in diesem Falle alle Verkaufsverpackungen mit ein, die mit eingeführt werden – also sowohl Produkt- als auch Versandverpackung inklusive aller Bestandteile.
Versendet hingegen ein ausländischer Händler direkt an deutsche Endverbraucher, ist er für die Entpflichtung aller mitgesandten Verpackungen zuständig.
Fazit
Je nachdem, ob Du als Onlinehändler Versanddienstleister nutzt oder Deine Pakete selbst verschickst, ob Du Dein Produkt selbst herstellst bzw. abfüllst oder lediglich als Zwischenhändler fungierst, ergibt sich eine Verpflichtung aus dem Verpackungsgesetz – oder auch nicht.
Solltest Du als Kunde von byrd selbst betroffen sein – weil Du beispielsweise Produktverpackungen befüllst – stellen wir Dir folgend mit unserem Partner Lizenzero sowohl eine Schritt-für-Schritt-Anleitung als auch einen Gutscheincode bereit, mit dem Du Deine Verpackungen vergünstigt lizenzieren kannst.
Deine To-do-Liste: 3 Pflichten, 2 Anlaufstellen
Wenn Du festgestellt hast, dass Du vom VerpackG betroffen bist, solltest Du umgehend die folgenden Schritte abhaken:
- Schritt: Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister über das Melderegister LUCID (Achtung: Da das Register öffentlich ist, haben Wettbewerber + Endverbraucher Einsicht und können Abmahnungen anstoßen).
- Schritt: Lizenzierung Deiner Verpackungsmengen bei einem dualen System (= Systembeteiligung); trage bei diesem auch die Registrierungsnummer ein, die Du nach dem 1. Schritt von der Zentralen Stelle erhalten hast. Unser empfohlener Partner hierfür ist das Duale System Interseroh mit seinem Onlineshop Lizenzero – mehr Infos zu Lizenzero findest Du unter diesem Beitrag.
- Schritt: Hinterlege den Namen Deines dualen Systems und die dort lizenzierten Mengen in LUCID.
Hinweis: Da die bei LUCID und Deinem dualen System gemachten Angaben abgeglichen werden, sollten diese jederzeit übereinstimmen.