Cross Border eCommerce: Mit grenzüberschreitender Logistik zum Erfolg

Der grenzüberschreitende Online Handel hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Von 268 Millionen europäischen Online-Shoppern haben 200 Millionen bereits schon mindestens einmal Waren im Ausland bestellt. Studien zeigen auch, dass die Bedeutung vom grenzüberschreitenden E-Commerce weiter steigen wird. Das Internet ermöglicht nämlich auch kleineren Händlern zu expandieren und weitere Märkte zu erschließen. Jedoch muss man dabei einige wichtige Faktoren beachten, von welchen der Erfolg abhängt. Diese reichen vom Marketing über die rechtliche Lage bis hin zum Versand. In diesem Beitrag fokussieren wir uns auf die Logistik, die zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren im Online Handel gehört. Die Bedeutung vom E-Commerce Fulfillment wird auch in einer Analyse von eMarketer zum Thema Cross Border Commerce hervorgehoben. Im Rahmen der Studie haben nämlich 27% der befragten Händler angegeben, dass die Zustellung der Waren an den Endkunden die größte Herausforderung darstellt. 

Grenzüberschreitende Lagerung im Online Handel

Bei der Expansion in andere Länder stoßen viele Online Händler beim grenzüberschreitenden Versand ihrer Produkte auf Schwierigkeiten. Dabei liegen die größten Herausforderungen bei den längeren Lieferzeiten zum Endkunden und den dementsprechend höheren Versandkosten. Diese offensichtlichen Nachteile, die der längeren Distanz, vom Lager bis zum Empfänger geschuldet ist, sind besonders in Hinblick auf die lokale Konkurrenz problematisch, da diese bessere Versandkonditionen anbieten kann. Um dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen E-Commerce Unternehmen eine clevere Strategie für ihr Fulfillment. 

Eine beliebte Lösung ist die dezentrale Lagerung von Waren in verschiedenen Fulfillment Centern. Nicht ohne Grund gehören Online Händler mit einem starken Logistik-Netzwerk zu den erfolgreichsten Unternehmen im E-Commerce. Amazon, Zalando & Co haben von Anfang an erkannt, dass der Versand an den Endkunden einen Wettbewerbsvorteil darstellen kann und investieren jährlich Millionen in den Ausbau ihres Logistik-Netzwerks. 

Heutzutage haben Online Händler die Möglichkeit, auch ohne mehrere Millionen in die Logistik zu investieren, ihre Waren grenzüberschreitend zu lagern und ihr Fulfillment zu optimieren – mehr dazu später. Auf diese Weise können Online Bestellungen aus dem Logistikzentrum im jeweiligen Zielland verschickt und so die Nähe zum Endkunden maximiert werden. Dadurch erreicht man zwei entscheidende Vorteile: Reduzierung der Versandkosten und der Lieferzeiten. Im folgenden Abschnitt wird erklärt warum das so wichtig ist und worauf man bei der Internationalisierung seiner Logistik achten muss. 

Versandkosten und Lieferzeiten durch internationale Lagerung optimieren

Heutzutage sind Versandkosten fast zu einem no-go für Web Shopper geworden. Eine Studie von PayPal zeigt, dass sich 25% der Käufer im Internet durch hohe Versandkosten von einer Bestellung im Ausland abschrecken lassen. Zusätzlich kommt die längere Lieferzeit des Pakets hinzu, die ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Conversion Rate eines Online Shops hat. Das bedeutet also, dass man als Online Händler mehr oder weniger dazu gezwungen ist die Versandkosten für den Käufer zu übernehmen und folglich diese im Produktpreis berücksichtigen muss. 

Jetzt möchte man aber nicht mit hohen Preisen potenzielle Kunden abschrecken und muss Wege suchen, um die Versandkosten zu minimieren. Durch die Lagerung der Waren in einem Fulfillment Center im Zielland kann man genau das erreichen und gleichzeitig die Lieferzeit reduzieren.

Lokale Präferenzen bei der Expansion berücksichtigen

Durch die Zusammenarbeit mit einem passenden Fulfillment Dienstleister in anderen Ländern, kann man zusätzlich als Online Händler von der länderspezifischen Expertise des Partners profitieren. Dieser verfügt über relevantes Wissen zu den lokalen Kundenpräferenzen in Bezug auf die Lieferoptionen. Beim Versand der Bestellungen an den Kunden darf man nämlich nicht vergessen, dass sich diese je nach Land unterscheiden können. So lassen vor allem Skandinavier und Franzosen die Sendungen gern an einen Paket-Shop liefern. Länderindividuelle Erwartungen gibt es auch hinsichtlich der Tracking-Optionen zur Sendungsverfolgung. 

Außerdem sollte man ebenfalls wissen welche lokalen Paketdienstleister für eine gute Qualität bekannt sind und folglich von Konsumenten bevorzugt werden. Die Zuverlässigkeit der Versandpartner ist laut einer Studie von DHL Express, bei der Online Händler befragt wurden, eine der größten Herausforderungen im Bereich der Logistik.

Retouren-Management vereinfachen

Dass ein einfacher Rückversand beim Online Shoppen eine wichtige Rolle einnimmt, ist mittlerweile bekannt. Das wird auch in der durchgeführten Studie von PayPal bestätigt. In dieser kommt hervor, dass 22% der Online Shopper beim Einkauf von Produkten im Internet, die aus dem Ausland geliefert werden, genau auf die Rücksendebedingungen achten. Online Händler sollten aus diesem Grund wert darauf legen, dass der Rückversand einfach abgewickelt werden kann und können bei aufkommenden Fragen mit einem guten Customer Service punkten. 

Wann lohnt sich die grenzüberschreitende Lagerung für Online Händler

Wie Du Dir denken kannst, gibt es dafür keine pauschale Antwort, aber gewisse Kriterien, die man bei der Entscheidung berücksichtigen kann. Speziell aus logistischer Perspektive spielt hier die Anzahl der Lagerungseinheiten, auch SKU (Stock Keeping Units) genannt eine wichtige Rolle. Bei einer großen Anzahl an SKUs (z.B. mehr als 5.000) und  beispielsweise 1000 Sendungen im Zielland, wird sich ein lokales Lager für Online Händler nicht lohnen. 

Mit steigendem Versandvolumen und dem dementsprechend größeren Einsparungspotenzial bei den Versandkosten, wird der Versand der Bestellungen aus einem Fulfillment Center im Ausland natürlich immer attraktiver. Das hängt jedoch auch von den Produkten und den derzeitigen Versandpreisen ab. 

Eine Strategie, um mit seinem Online Shop erfolgreich einen weiteren Zielmarkt zu erschließen, ist die Reduzierung der SKU Anzahl. Dabei werden nur jene Produkte mit besonders hoher Nachfrage im Logistikzentrum im Ausland gelagert, um dann Schritt für Schritt das Produktsortiment zu erweitern. 

Grenzüberschreitende Lagernutzung im E-Commerce: Steuerliche Aspekte innerhalb der Europäischen Union

Beim Versand von Produkten aus verschiedenen Ländern innerhalb der Europäischen Union, stoßen Online Händler auf einige Herausforderungen. Vor allem in Hinblick auf die steuerlichen Aspekte, die beachtet werden müssen, tauchen häufig Fragen auf. Um diesen vorzubeugen, haben wir die wichtigsten Punkte, die Du berücksichtigen musst für Dich zusammengefasst. 

Steuerliche Registrierung im Ausland für Online Händler

Ab dem ersten Produkt, das Du in ein ausländisches Warenlager innerhalb der EU versendest, musst Du Dich in dem jeweiligen Zielland steuerlich registrieren und eine Umsatzsteuer-Voranmeldung (USt-VA) durchführen. Dazu kommen in vielen Fällen auch andere Verpflichtungen hinzu, die jedoch von den Regelungen im jeweiligen Land abhängen. 

Innergemeinschaftliche Verbringung und innergemeinschaftlicher Erwerb

Die Sendung der Waren an Dein ausländisches Warenlager in der Europäischen Union wird als innergemeinschaftliche Verbringung bezeichnet und wird in dem Land, in welcher die Verbringung startet, gemeldet. Diese ist aus umsatzsteuerlicher Sicht von Relevanz, da die EU die Warenströme innerhalb der Union dokumentiert, um die Hinterziehung von Umsatzsteuern zu verhindern – die innergemeinschaftliche Verbringung ist jedoch steuerfrei. Zusätzlich muss man eine Zusammenfassende Meldung (ZM) verfassen.

Für jede steuerfreie innergemeinschaftliche Verbringung muss eine Pro-Forma Rechnung erstellt werden. Auf dieser bist Du, mit Deiner Adresse und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aus dem Ursprungsland, der Absender und gleichzeitig mit der Adresse des Fulfillment Centers im Ausland sowie der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im jeweiligen Land der Rechnungsempfänger. Auf der Pro-Forma-Rechnung müssen zusätzlich folgende Angaben enthalten sein. 

Wenn Du als Händler die Waren im Land des Fulfillment Centers anlieferst, musst Du den Eingang der Ware als innergemeinschaftlichen Erwerb in der Umsatzsteuer-Voranmeldung des jeweiligen Landes deklarieren. Der Erwerb der Produkte unterliegt der Umsatzsteuerpflicht, aber man kann sich die Umsatzsteuer durch den Vorsteuerabzug gleich rückerstatten lassen und muss somit keine Zahlung tätigen

Ab einem gewissen Wert musst Du als Online Händler zusätzliche Intrastat-Meldungen einreichen, die den tatsächlichen Warenverkehr zwischen den Mitgliedsstaaten der EU erfassen.

Auswirkungen von Quick Fixes auf die innergemeinschaftliche Lieferung ab 2020

Bisher konnte man Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nachreichen, wenn man als Erwerber der Lieferung im anderen EU-Mitgliedstaat zum Zeitpunkt der Annahme der Waren noch keine besaß – solange kein Verdacht auf Umsatzsteuerhinterziehung bestand. In den kommenden Jahren wird jedoch eine große Umsatzsteuer-Reform in der EU durchgeführt. In einem ersten Schritt werden ab 01.01.2020 sogenannte Quick Fixes implementiert. Mit diesen ist man als Online Händler dann verpflichtet bereits zum Zeitpunkt der Lieferung in einen anderen EU-Mitgliedsstaat eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu besitzen. Weitere Informationen zu den Änderungen findest Du hier.

Zusammenfassung

Solltest Du weitere Fragen zu steuerlichen Aspekten haben, die Du als Online Händler beachten musst, dann schaue doch bei unseren Kollegen von Taxdoo vorbei. Mit ihrer Software kannst Du den Prozess der Umsatzsteuer-Compliance automatisieren.

Wie Du sehen kannst, ist die Expansion ins Ausland mit Deinem Online Shop mit vielen Herausforderungen verbunden. Besonders die Logistik stellt für viele E-Commerce Unternehmen eine große Hürde da. Wenn das Versandvolumen steigt und sich die SKU-Anzahl in Grenzen hält, lohnt es sich die Waren grenzüberschreitend in einem weiteren Fulfillment Center zu lagern, um Versandkosten und Lieferzeiten zu reduzieren. Auch innerhalb der Europäischen Union muss man bei der dezentralen Lagerung seiner Produkte steuerliche Aspekte beachten. 

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