8 eCommerce Marketing Trends für 2020

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu und der E-Commerce geht mit dem Weihnachtsgeschäft in die heißeste Phase des Jahres. Die vergangenen Monate waren für Online Shops geprägt von Werbung auf Facebook und Instagram, sowie Influencer Marketing. Der E-Commerce wird auch nächstes Jahr noch weiter wachsen, was auch mehr Konkurrenz für Online Händler bedeutet. Aus diesem Grund haben wir in diesem Blogbeitrag 8 E-Commerce Marketing Trends für 2020 ausgearbeitet, die Online Shops im Jahr 2020 berücksichtigen müssen, um erfolgreich zu sein.

1. Video Content Marketing gewinnt weiter an Bedeutung

Im Bereich Content-Marketing werden Videos und Live-Übertragungen weiter an Bedeutung gewinnen. Die steigende Wichtigkeit von Video-Formaten hat sich in den letzten Jahren bereits durch mehrere Entwicklungen deutlich gezeigt. Facebook hat in letzter Zeit immer mehr Funktionen hervorgebracht, um Video-Formate in den Vordergrund zu stellen und mit Livestreams sowie Watch-Parties ergänzt. Auf Instagram wurde “IGTV” eingeführt, wodurch auch längere Videos hochgeladen werden können. Der Social Media Channel TikTok, der vor allem bei jungen Nutzern sehr populär ist, zeichnet sich besonders durch seine Kurzvideos aus, die für Unterhaltung sorgen.

Mittlerweile verbringen Personen im Internet ⅓ ihrer Zeit mit dem Video-Streaming. Interessant ist auch, dass 92% der Leute, die Videos auf mobilen Geräten anschauen, diese auch mit anderen teilen. Video-Inhalte im Web werden allgemein häufiger geteilt als Text- oder Bild-Formate.

Aus diesem Grund sollte man als Online Händler und Marketer im Jahr 2020 auf jeden Fall auf das Format Video setzen, um seine Marke zu stärken. Dabei kann man verschiedene Kanäle nutzen:

  • YouTube
  • Vimeo
  • Snapchat
  • Facebook
  • Instagram
  • LinkedIn
  • TikTok

Für welche Kanäle Du Dich entscheidest, solltest Du von Deiner Zielgruppe abhängig machen und  immer daran denken welchem Zweck die Videos dienen sollen.

Außerdem kann man, je nachdem in welchem Geschäftsfeld man sich bewegt und was das Ziel ist, auf unterschiedliche Formate setzen:

  • Webinare
  • Produkt Demos
  • Experten-Interviews
  • Q&A
  • Pitches
  • etc.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Videos Deinen Online Shop dabei unterstützen können mehr Reichweite zu generieren und durch bessere Kommunikation der Inhalte nachhaltig positiv auf Deine Marke auswirken. 

2. Mikro-Influencer helfen Dir Deine Marke zu stärken

Der Influencer-Markt hat in den letzten Jahren einen enormen Boom erlebt. Besonders große Influencer mit hunderttausenden von Followern werden mittlerweile von Firmen bombardiert, was dazu geführt hat, dass der eine oder andere Kanal zur Dauerwerbesendung geworden ist. Das verärgert natürlich viele Abonnenten, die nun in weiterer Folge viele Produktempfehlungen nicht mehr für glaubwürdig erachten.

Aus diesem Grund setzen immer mehr Unternehmen auf Micro-Influencer, die deutlich weniger Abonnenten als berühmte Persönlichkeiten haben. Oft funktionieren Marketing Kampagnen mit Micro-Influencern besser, weil sie eine engere Beziehung zu ihren Followern haben. Diese bringen ihnen im Gegenzug mehr Vertrauen entgegen. Durch einen authentischen Auftritt werden Produktempfehlungen besser wahrgenommen, was sich positiv auf die Interaktionsrate auswirkt. Studien zeigen, dass Influencer mit 1,000 Followern eine um 85% bessere Engagement-Rate haben als jene mit 100,000 Followern. E-Commerce Unternehmen können ihre Käufe also auf diese Weise trotz einer geringeren Reichweite effizient ankurbeln und gleichzeitig Kosten einsparen.

Ein weiterer Vorteil von Micro-Influencer Marketing ist, dass man seine Zielgruppe genauer ansprechen kann und mit der passenden Persönlichkeit seine Brand genauso in den Fokus stellen kann, wie man es möchte. Dadurch kann man die eigene Marke auch nachhaltig stärken.

3. Personalisierung als Erfolgsmittel

Im E-Commerce ist Personalisierung schon seit längerer Zeit ein wichtiges Thema und wird auch 2020 ein Erfolgsmittel für Onlinehändler sein. Studien zeigen, dass Unternehmen, die auf Personalisierung setzen einen Anstieg des Umsatzes in Höhe von 19% verzeichnen. Folglich behaupten 94% der befragten Unternehmen, dass Personalisierung ein kritischer Erfolgsfaktor ist. Personalisierung bietet nicht nur einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für E-Commerce Händler, sondern ist auch für Kunden und die Customer Journey wünschenswert.

Personalisierung kann viele verschiedene Formen annehmen und reicht von der E-Mail Kommunikation bis hin zum dargestellten Website-Content.

Beispiel OTTO

Der Online-Riese OTTO baut derzeit sein Produktsortiment auf seiner Plattform stark aus. Damit man als Online Shopper jedoch nicht durch die Vielzahl an Möglichkeiten überfordert ist, hat das Unternehmen bei der Strategie vermehrt auf Personalisierung gesetzt. Dabei wird der Content auf der Website den Präferenzen des Internet-Besuchers ausgerichtet. Dabei wird beispielsweise automatisiert ermittelt, welche Produktkategorien in der Vergangenheit aufgesucht und welche Seiten sonst noch auf der Website angeschaut wurden.

Auch bei Newslettern verwendet OTTO ausgeklügelte Algorithmen, die basierend auf dem Nutzerverhalten, verschiedene Bausteine in die E-Mails einbauen und auf diese Weise für mehr Relevanz beim Kunden sorgen.

Ein weiteres Beispiel der Personalisierung bei Webshops ist die Weiterleitung auf unterschiedliche Landing Pages. Hier kann man beispielsweise abhängig von der Suchanfrage unterschiedliche Inhalte bereitstellen. Darüber hinaus kann es empfehlenswert sein neue Benutzer von wiederkehrenden Besuchern zu unterscheiden. So wird zum Beispiel ein “New User” im Online Shop noch nach gewissen Trust-Faktoren suchen, die für Vertrauen sorgen, während ein “Returning Visitor” bereits weiter in der Customer Journey ist und mehr Informationen zum Produkt benötigt.

Auf diese Weise kann man als Online Händler durch Personalisierung und dynamischen Content die Customer Journey optimieren und bessere Erfolge erzielen.

4. Mehr Reichweite durch Podcasts

In den letzten 10 Jahren hat sich die Anzahl der Podcast-Hörer verdreifacht und auch im Jahr 2020 wird sich dieser Trend fortsetzen. Eine Studie von 2019 hat ergeben, dass 32% der Erwachsenen in den USA innerhalb der letzten 30 Tage einen Podcast angehört hatten.

Insbesondere, wenn man Millennials ansprechen möchte, kann man Podcasts als Marketing-Tool sinnvoll einsetzen, da 44% der globalen Podcast-Hörer zwischen 18-34 Jahren alt sind.

Podcasts sind besonders populär, weil man sie ohne Probleme unterwegs mit dem Smartphone anhören kann und weil das Zuhören an sich deutlich angenehmer ist als einen Text lesen zu müssen. Aus diesem Grund hören viele Nutzer Podcasts on-the-go.

Für Online Händler können Podcasts sinnvoll sein, um einerseits die Reichweite zu erhöhen und neue Leute mit informativen Inhalten zu erreichen, aber auch um das Vertrauen zu stärken und sich als Experte in einem bestimmten Bereich zu positionieren.

Zum Beispiel könnte man als Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller einen Podcast zur gesunden Ernährung aufnehmen und mit informativen Inhalten einen Mehrwert bieten. Gleichzeitig kann man sich dadurch als Experte in dem Bereich Fitness positionieren.

5. Voice Search Optimierung

Die Technologie zur Spracherkennung schreitet immer schneller voran und sie wird sich in den nächsten Jahren stark auf das Suchmaschinen-Marketing auswirken. Online Händler, die rechtzeitig mit dem Trend mitgehen wollen, um in Zukunft davon zu profitieren, müssen jetzt handeln. 2020 werden bereits 50% aller online Suchanfragen via Voice Searches ablaufen. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Smart Speaker von Google, Apple und Amazon in den Haushalten vorzufinden sind.

Händler können vor allem von Voice Search profitieren, wenn sie darauf achten immer aktuelle Informationen zu bieten und Google My Business zu optimieren.

6. Der “Amazon Effekt” – E-Commerce Versand Optimierung

Der “Amazon Effekt” beschreibt die Herausforderungen, die E-Commerce Händler im Wettbewerb mit Amazon haben. Das betrifft vor allem die kostenfreie und schnelle Lieferung von Produkten, die der Online Marktplatz bietet. Amazon kann seinen Kunden  diese Dank der Investitionen in den Ausbau des internationalen Logistik-Netzwerks bieten. Das stellt kleine- und mittelgroße Online Händler vor große Herausforderungen, weil Online Shopper einen kostenfreien und schnellen Versand bevorzugen.

Um mithalten zu können, müssen E-Commerce Unternehmen eine Fulfillment-Strategie entwickeln, um ihr E-Commerce Fulfillment und den Versand zu optimieren.

7. Erneut: Mobile Commerce steigt weiter

Dass immer mehr Personen mit dem Smartphone im Internet einkaufen ist ein Trend, der schon länger bekannt ist. Jedoch darf dieser auch in dieser Auflistung nicht unerwähnt bleiben. Mittlerweile shoppt jeder Zweite mit dem Smartphone und Mobile Commerce ist mittlerweile fast so weit verbreitet wie der Kauf per Laptop in Deutschland. Insbesondere junge Online-Käufer in Deutschland setzen beim Online-Shopping auf mobile Geräte – nämlich ganze 81%.  

Weltweit sollen 2020 mehr als 70% der Einkäufe im E-Commerce per Smartphone stattfinden. Online Händler, die ihren Webshop nicht darauf vorbereiten, werden mit Sicherheit signifikante Einbußen haben. Dabei muss vor allem darauf geachtet werden, dass die mobile Optimierung über alle Schritte des Kaufprozesses gegeben ist. Besonders beim Checkout Prozess besteht noch Nachholbedarf. Hier empfiehlt es sich für Online Händler auf benutzerfreundliche Zahlungsmethoden zu setzen und den Checkout Prozess möglichst kurzzuhalten.

8. Umweltschutz großschreiben

Erst vor Kurzem hat die EU den Klimanotstand ausgerufen und das Thema Umweltschutz wird uns auch aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs die nächsten Jahre weiterverfolgen. Auch im E-Commerce spielt Nachhaltigkeit eine übergeordnete Rolle, da Konsumenten vermehrt darauf achten und der Klimaschutz die Kaufentscheidung beim Online Shopping maßgeblich beeinflusst. Das hat potenziell auch negative Auswirkungen auf den Onlinehandel, weil bereits jeder vierte Online Shopper angibt, aus diesem Grund weniger im Internet zu bestellen. Mehr als die Hälfte der Käufer im Internet geben jedoch an, dass sie bereit sind für eine umweltfreundliche Verpackung einen Aufpreis zu bezahlen.

Außerdem bestätigen Frauen, die normalerweise eine höhere Retourenquote aufweisen, dass sie aufgrund des Klimaschutzes weniger Pakete zurücksenden. Das sind die positiven Nachrichten für Online Händler, weil dadurch Kosten eingespart werden können.

Was bedeutet das für Online Händler?

Online Shops müssen ihre Prozesse entlang der gesamten Supply Chain in Hinblick auf den Umweltschutz optimieren. Von der regionalen Herstellung der Produkte, um die zurückgelegte Strecke zu reduzieren, über die passende Verpackung bis hin zum klimaneutralen Versand.

Dadurch kann man als E-Commerce Unternehmen nicht nur selber zum Klimaschutz beitragen, sondern gleichzeitig auch seine Marke nachhaltig stärken.

Zusammenfassung

Das Jahr 2020 wird ein Jahr geprägt von Trends und Gegentrends. Einerseits, wird durch Voice Search über Alexa vermehrt über Amazon gekauft werden. Andererseits werden viele Konsumenten, in Hinblick auf den Klimaschutz, versuchen seltener beim Online-Marktplatz einzukaufen und eher auf Händler setzen, die auf den Umweltschutz achten. Auf der einen Seite verlangen Online Shopper nach kostenfreier und schneller Lieferung. Auf der anderen Seite sind sie aber auch bereit für eine umweltfreundliche Verpackung zu zahlen und länger auf das Paket zu warten. Dementsprechend wird das Jahr 2020 erneut spannende Herausforderungen für Online Händler bringen!

Wir hoffen dennoch, dass wir einen guten Einblick geben konnten, worauf man sich im Jahr 2020 als E-Commerce Händler vorbereiten muss und wünschen Dir viel Erfolg!

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