7 Tipps für eine erfolgreiche Weihnachtszeit als ECommerce Händler

Das Badewetter hat sich verabschiedet, der Herbst hat in weiten Teilen Europas nicht nur angeklopft, sondern war schlagartig da und im Supermarkt kann bereits wieder Lebkuchen gekauft werden. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Online Händler sich Gedanken über die bevorstehenden Monate zu machen. Damit du nicht trotz der kälteren Temperaturen in der Weihnachtszeit ins Schwitzen gerätst, haben wir hier 7 Tipps für eine erfolgreiche Weihnachtszeit für Onlinehändler.

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1. Unterschätze nicht das Umsatzpotenzial rund um die Weihnachtszeit

Es ist weitreichend bekannt, dass die Monate der Weihnachtszeit im Handel und speziell im Onlinehandel die umsatzstärksten des Jahres sind. Halloween ist für Online Shops der Start der Hochsaison. Schon längst ist dabei aber nicht nur Weihnachten und damit der Dezember der alleinige Umsatzkönig. Schon davor gibt es mit diesen 8 wichtigen Shoppingtagen in der Weihnachtszeit attraktive Möglichkeiten, um die Anzahl der Bestellungen im Online Shop anzukurbeln. Durch beispielsweise den Single’s Day, sowie Grey Thursday und den mittlerweile auch in Europa etablierten Black Friday bzw. Cyber Monday geht schon im November sprichwörtlich die Post ab.

Man könnte meinen, dass diese Tage als Härtetest für das eigentliche Weihnachtsgeschäft genutzt werden können. Wobei für viele Unternehmen diese Tage für sich gesehen mittlerweile wichtiger geworden sind als die eigentliche Holiday Season und deswegen im Fokus stehen. Um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können, ist es gerade in dieser Zeit entscheidend, zur richtigen Zeit die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Es ist aber nicht nur wichtig, dass du die Zeit vor dem 24. Dezember optimal nutzt. Die wenigsten Online Händler denken jetzt bereits an die Zeit danach. Wenn du keine Verkaufsmöglichkeit verpassen magst, ist das ein großer Fehler. Die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr bieten ein enormes Umsatzpotenzial. Die Leute haben volle Mägen, sind glücklich und haben viel Zeit. Nicht selten gehen nach und nach die Gesprächsthemen innerhalb der Familien aus und immer häufiger folgt daher der Griff zum Smartphone. In Zeiten, in denen zu einem großen Teil Gutscheine und Geld verschenkt werden, ist genau das deine Chance an diesen Tagen nochmal deine Jahreszahlen zu verbessern. Biete etwa „Das Christkind hat mir nicht gebracht was ich wollte“ Rabatte an. Damit stichst du aus der Masse heraus und machst auch noch an den letzten Tagen vor Silvester ein gutes Geschäft.

 2. Optimiere die User Experience

„Für den ersten Eindruck, den man macht, gibt es keine zweite Chance“.

Dieses Zitat von Arthur Schopenhauer, spielt bezogen auf Onlineshopping, ganz besonders in der Weihnachtszeit, eine unglaublich wichtige Rolle. Denn gerade in dieser Zeit sind die Besucher deiner Website oft potentielle Neukunden. Um die Interessenten in dieser stressigen Zeit nicht gleich wieder zu vertreiben, sollte der Bestellprozess so einfach wie möglich gehalten werden. Dabei muss auch darauf Acht gegeben werden, dass Weihnachtseinkäufe auch von älteren Personen vermehrt online abgeschlossen werden. Hierfür hat sich der Begriff der Silver Surfer etabliert.
Konkret heißt das – der Bestellprozess muss mit wenigen Clicks realisierbar sein.

Außerdem ist ein enormer Anstieg bei der Verwendung von mobilen Endgeräten beim Einkauf verschiedener Produkte erkennbar. Gerade in der Weihnachtszeit, wo überspitzt gesagt jeder zweite Mensch an der Grenze zum Nervenzusammenbruch steht, bietet sich ein schneller Weihnachtseinkauf in der U-Bahn oder ähnlichem an. Hierbei hat sich der Begriff M-Commerce etabliert. Es gilt also, deinen Online Shop auf Vordermann zu bringen. Bilder und Texte dürfen hier nicht verzogen oder verschoben werden. Sind diese nämlich nicht an die Bildschirme von Smartphones angepasst, werden potenzielle Kunden sehr schnell auf anderen, optimierten Seiten weitersuchen.

Genauso wichtig ist die Ladegeschwindigkeit der Websites. Der große Vorteil von Online-Shopping ist doch, dass man sich unter anderem lange Warteschlangen erspart. Da reagieren mögliche Kunden sehr sensibel auf Verzögerungen beim Laden von Websites. Dabei haben schon kleinste Ladezeiten einen negativen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit. Google PageSpeed ist eines von mehreren guten Tools um zu testen, wie gut deine Website für diese Herausforderung gerüstet ist.

Ein weiteres Thema, mit dem das Erlebnis des Online Shoppings entscheidend verbessert werden kann, ist das sogenannte Unboxing. Das Auspacken von Produkten ist mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil der Kauferfahrung im E-Commerce geworden. Online Händler wissen, wie wichtig Influencer und mittlerweile auch Mikro-Influencer geworden sind. Eine besondere Verpackung trägt zu einem guten ersten Eindruck bei und motiviert viele Leute online Fotos zu teilen – in anderen Worten also gratis für dein Produkt werben.

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3. Bereite dein E-Commerce Fulfillment vor

„Wer versagt sich vorzubereiten, bereitet sich darauf vor zu versagen”

Benjamin Franklins Zitat lässt sich zu 100% auf Online Shops und das Weihnachtsgeschäft umlegen. Um nicht von der Bestelllawine am Ende des Jahres überrollt zu werden und damit möglichen Umsatz zu verpassen, müssen schon vor Beginn der Flut an Bestellungen Vorbereitungen getroffen werden. Durchdachtes E-Commerce Fulfillment ist der Schlüssel zum Erfolg.

Dazu gehören etwa das Einplanen von erhöhtem Personalbedarf. Mehr Verkäufe bedeuten mehr Versendungen und das benötigt naturgemäß mehr helfende Hände um ein reibungsloses Fulfillment zu garantieren. Das Verpacken und Versenden von Paketen benötigt ganz einfach seine Zeit. Damit das nicht zum Problem wird und du kurzfristig überteuerte Alternativen finden musst, oder es gar zu Komplikationen bei der Versendung kommt, plane stets zeitnah und realistisch.

Natürlich solltest du auch deinen Lagerbestand im Auge behalten und gegebenenfalls zur Weihnachtszeit erhöhen. Nutze Erfahrungen im Lagerbestandmanagement aus den letzten Jahren und lasse auch deinen Logistikdienstleister von etwaigen Auffälligkeiten wissen. Denn nicht funktionierendes E-Commerce Fulfillment führt unweigerlich zu enttäuschten Kunden.

Man sollte sich also einen Plan zurechtlegen, wie man diese aufregende Zeit bestmöglich nutzt. Trotzdem gilt: ein Plan, der nicht geändert werden kann, ist ein schlechter Plan. Damit ist gemeint, dass immer Fehler passieren können und selten alles genauso läuft, wie man sich das im Voraus vorgestellt hatte. In diesen Momenten ist ein Plan B oder Plan C Gold wert um zu verhindern, dass die Kunden ein Weihnachtsfest ohne Geschenke feiern müssen. Gibt es etwa gröbere Schwierigkeiten mit einem Speditionsdienstleister, sollte es möglich sein im Notfall kurzfristig zu einem anderen Unternehmen zu wechseln.

Woran man im ersten Moment womöglich nicht denkt ist, dass der erhöhte Arbeitsaufwand nicht mit Weihnachten selbst endet. Vielmehr wartet auch im Jänner viel Arbeit auf alle Beteiligten. Viele Geschenke werden umgetauscht oder zurückgesandt. Dazu kommt dann noch die Einlösung von Gutscheinen. Laut Statista.com planten 2018 rund 58% der Deutschen Gutscheine oder Geld zu verschenken. Somit wird Unternehmern auch nach Jahresende alles andere als langweilig. Wenn man darauf vorbereitet ist, erspart man sich viel Frust.

4. Optimiere das Marketing deines Onlineshops

Produkte, von denen niemand weiß, werden auch von niemanden gekauft – auch nicht in der Weihnachtszeit. Deshalb ist es unerlässlich dafür zu sorgen, dass mögliche Kaufinteressenten auch von deinen Produkten erfahren. Nutze dazu alle, dir zur Verfügung stehenden Kanäle. Egal ob du mehr Traffic auf deinem Webshop durch Social Media, E-Mails oder einfach durch Gespräche mit Bekannten, Freunden und Freundes-Freunden erreichen möchtest -schöpfe hierfür dein volles Potential aus.

Produktbündel sind vor allem für einfallslose Schenker eine attraktive Kaufmöglichkeit. Damit bist du deiner Konkurrenz oft einen Schritt voraus und erhöhst ganz nebenbei noch die Größe des Warenkorbes. Auch dadurch steigerst du deinen Umsatz.

Falls du daran noch nicht selbst gedacht hast, ist es jetzt an der Zeit deinen Online Shop fit für Weihnachten zu machen. Setze deinem Logo eine Weihnachtsmütze auf, oder lass Rudolph durchs Bild fliegen. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Du kannst aber auch in die entgegengesetzte Richtung gehen und an die Weihnachtshasser unter deinen Besuchern denken. Die Grinchs unter ihnen werden es dir danken, wenn es einen weihnachtsfreien Bereich auf deiner Website gibt.

Solltest du die oben genannten Schritte gut umgesetzt haben, kommt zu Weihnachten ein weiteres Problem auf dich zu. Viele Kunden neigen dazu, Weihnachtseinkäufe erst sehr knapp vor dem Fest zu erledigen. Trotzdem ist es unerlässlich garantieren zu können, dass es zu keinen Lieferverzögerungen bis nach Weihnachten kommt.  Damit man auch zuverlässig für glückliche Kinderaugen (und Erwachsenenaugen) sorgen kann, ist es das Ziel, dass Bestellungen so früh wie möglich abgegeben werden. Wie bringst du deine Kunden dazu, nicht erst im letzten Moment vor dem heiß ersehnten Tag zu bestellen?

Dabei können dir zum Beispiel Aktionen und Rabatte helfen, die etwa Ende November ablaufen. So startet ein Teil der Konsumenten schon früher mit den Bestellungen. Im Optimalfall kann noch ein Timer, sowie in manchen Fällen der aktuelle Lagerbestand auf der Website sichtbar gemacht werden. Durch den gefühlten Zeitdruck sind Käufer eher dazu verleitet ihre Bestellung gleich abzugeben. Besonders empfehlenswert sind frühe Ermäßigungen für schwer lieferbare Produkte.
Der Verkauf schnelldrehender und schnell lieferbarer Produkte kann auch zu einem späteren Zeitpunkt noch gefördert werden. Am besten eignet sich dazu meistens die Startseite.

Einige Studien haben auch gezeigt, dass der Call-to-Action erhebliche Auswirkungen auf Verkaufszahlen haben kann. Unter einem Call-to-Action versteht man Aufforderungen an den Kunden etwas Konkretes zu tun. „Bestellen Sie sofort“ oder „Jetzt Informationen einholen“ sind Beispiele dafür.

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5. Gewinne neue Stammkunden um deinen Umsatz zu steigern

Wie bereits des Öfteren erwähnt, sind Käufer im Weihnachtsgeschäft nicht selten Neukunden. Obwohl jeder Onlinehändler in dieser Zeit viele andere Themen im Kopf hat, ist dieser erste Verkauf zugleich die erste und oft auch letzte Chance, aus einem einmaligen Kunden einen Stammkunden zu machen. Eine attraktive Art und Weise die Konsumenten zu einem erneuten Kauf zu motivieren ist beispielsweise die Beilage von Gutscheinen und Rabatten für einen Kauf etwa im Februar, wenn das Weihnachtsgeschäft vorbei ist und auch die Retouren nachgelassen haben. Genauso könnte dieser Gutschein im Sommerloch einlösbar sein.

Dasselbe Prinzip kannst du auch schon an den oben genannten Shoppingtagen oder generell in der Vorweihnachtszeit nutzen um das Weihnachtsgeschäft noch mehr anzukurbeln.

6. Sorge für maximale Transparenz bei der Lieferung

Transparenz ist dieser Tage ein sehr wichtiger Begriff. Auch E-Commerce ist da keine Ausnahme. Laut einer Studie von Estudio Copenhagen Economics gaben 80% der Befragten an, dass die Möglichkeit zur Sendungsverfolgung zu einem guten Service dazu gehören. Um die Customer-Experience zu erhöhen sind darüber hinaus digitale Benachrichtigungen von Vorteil. Der Kunde ist ja bekanntlich König und deshalb sollte jede Gelegenheit genutzt werden die Zufriedenheit ebendieser zu steigern.

7. Baue Vertrauen zum Kunden auf

Besonders in der Weihnachtszeit werden Konsumenten mit Informationen überfordert. Sie suchen oft Produkte, mit denen sie noch keine Erfahrungen gemacht haben oder mit denen sie sich kaum auskennen. Wenige Männer würden sich etwa als Experte in den Bereichen Schmuck, Kosmetika und Kleidung bezeichnen. Trotzdem gehören in Deutschland und Österreich all diese Produktgruppen zu den Top 10 der Geschenke im Jahr 2018.

Die Verunsicherung ist bei den Käufern also groß. Genau diese Unsicherheit gilt es für dich also zu beseitigen. Sammle dazu schon so früh wie möglich gute Bewertungen von anderen Kunden. Dabei kann zum Beispiel der oben erklärte Call-to-Action hilfreich sein. Weise deine bestehenden Käufer darauf hin, wie wichtig ihre Bewertung für dich ist. Du wirst erstaunt sein wie viele Menschen sich die Zeit nehmen dir zu helfen.

Reagiere schnellstmöglich, stets freundlich und mit einem konkreten Lösungsansatz auf etwaige negative Kommentare.

Füge wenn möglich Gütesiegel hinzu. Diese Gütesiegel zeigen, dass dein Onlineshop zuverlässig arbeitet, Standards einhält und vertrauenswürdig ist. Egal ob TrustedShop, EHI, TÜV, SecuredShop oder eines der zahlreichen anderen Gütesiegel, hier gilt „mehr ist mehr“. Für österreichische Unternehmen ist das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen eine sehr attraktive Alternative. Es wird von der Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Wirtschaftsministerium unterstützt und genießt daher ein hohes Vertrauen bei den Konsumenten.

Allerdings darf man den Aufwand und die Kosten, ein solches zu bekommen nicht unterschätzen. Für kleine E-Commerce-Unternehmer sind leider auch die laufenden Kosten oft eine zu große Hürde.

Geld-Zurück-Garantien bieten für viele Kunden so etwas wie die maximale Sicherheit. Wenn du überzeugt von deinem Produkt bist (was hoffentlich der Fall ist), kannst du das Vertrauen auch mit einer Geld-Zurück-Garantie bei Unzufriedenheit steigern. Erfahrungsgemäß wird diese selten eingelöst, steigert aber das Vertrauen und erhöht damit die abgeschlossenen Käufe enorm.

Für die Kunden klingt auch eine Geld-Zurück-Garantie bei Lieferung nach Weihnachten sehr attraktiv. Nachdem aber nicht einmal die Versanddienstleister dafür fixe Garantien abgeben können, wird es für dich vermutlich auch nicht möglich sein. Vielmehr kannst du Empfehlungen für bestimmte Zeitpunkte geben, bis wann Kunden Produkte bestellt haben sollten. Hier ist aber Vorsicht geboten. Kommuniziere also ganz klar, dass es sich dabei “nur” um Empfehlungen handelt, damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann. Anstelle der Geld-Zurück-Garantie kannst du aber beispielsweise eine verlängerte Rückgabefrist anbieten, um den Kunden einen früheren Einkaufszeitpunkt bei gleichem Risiko zu ermöglichen.

7 ½. Denke auch an deine Liebsten

An dieser Stelle gibt es den vielleicht wichtigsten Tipp. In dieser stressigen Zeit kommen Familie und Freunde von Online Shop Besitzern oft ein wenig zu kurz. Deshalb darf man auf keinen Fall auf die eigenen Geschenke vergessen. Dadurch steht einem besinnlichen Fest, bei dem man den Kopf durchlüften lassen kann, nichts mehr im Wege.

Fazit

In der Weihnachtszeit warten viele Herausforderungen, aber auch Chancen auf E-Commerce-Unternehmer. Das Weihnachtsgeschäft entscheidet bei vielen Unternehmen über Erfolg oder Misserfolg des Geschäftsjahres. Darüber hinaus kann zu dieser Zeit schon das Fundament für die folgenden Monate legen. Mit den gerade gelesenen Tipps kann dich auf deinem Weg zu einem positiven Ergebnis nichts mehr aufhalten. Durch die richtige Planung kannst du dein volles Potenzial ausschöpfen, um deinen Umsatz erfolgreich anzukurbeln.

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